Chronik der Musikgesellschaft Deitingen

Von 1887, dem Gründungsjahr der Musikgesellschaft Deitingen, bis ins Jahre 1986 besteht eine sehr detailierte Chronologie.

 

 

1887 - 1903

Das älteste Protokollbuch beginnt mit der Niederschrift der 12 Artikel umfassenden Statuten unter dem Datum vom 5. Oktober 1902. Die ersten Blätter sind zusammengeklebt sodass erst ab Art. 5 gelesen werden kann. Unterschrieben, wie damals Pflicht, haben 12 Mitglieder, wovon ein Minderjähriger. Von den 9 Gründern aus dem Jahre 1887 fehlt jede Unterschrift.

Unter dem Titel «Gründung der Musikgesellschaft Deitingen» ist dann auf 8 Seiten ein Rückblick der Ereignisse zu lesen, wie sie sich dem Verfasser darstellen. Demnach muss das Protokollbuch über die ersten 17 Vereinsjahre bereits damals verloren gewesen sein. Dagegen ist aus dem Gründungsjahr noch die Offerte einer Fabrik von Musikinstrumenten aus Deutschland mit Datum vom 3.6.1887 erhalten. Sie ist adressiert an L. Reinhard, Lehrer, Deitingen.

Der Verfasser beginnt so über seine Erinnerungen zu berichten: «In Deitingen existierte schon seit Jahren eine Musikgesellschaft CONCORDIA und niemand fühlte ein Bedürfnis nach einer zweiten Musikgesellschaft. Da kamen nun in besagter Gesellschaft Unregelmässigkeiten in der Kasse vor, so dass 9 Mitglieder aus dem Verein traten. Diese 9 Mitglieder fühlten nun das Verlangen, eine neue Gesellschaft zu gründen. Man hielt Versammlungen ab, wählte das Comite und doch wurde wieder alles zu Wasser und ehe ein Jahr verflossen war, waren von den 9 ausgetretenen Mitgliedern wieder 4 der Concordia beigetreten. Nun wurden neue Statuten aufgestellt und zwar, um eine Neugründung einer Musikgesellschaft zu verhindern mit der Bestimmung, dass derjenige 50 Fr. in den Armenfond Deitingen zu bezahlen habe, welcher eine Musikgesellschaft gründen helfe oder einer schon bestehenden beitreten werde. – Das wäre nun ganz recht gewesen und die Musikgesellschaft Concordia kam wieder in Aufschwung bis zu der Generalversammlung, wo man mit der Kasse wieder beim vorjährigen Punkte angelangt war...

Über die ersten Jahre weiss der Verfasser nichts genaues zu berichten, seine Ausführungen betreffen schon bald die Ereignisse von 1902 und 1903. Die 8 Mitglieder hielten wöchentlich 4 Proben ab: Dienstag, Donnerstag und Samstag abends von 9 bis 11 Uhr und Sonntag von 12 bis 13.30 Uhr. Die Instrumente erhielten sie von A. Stark in Miete. Bald waren es 15 Mitglieder, die nun nicht mehr im Schulhaus probten, sondern in der Schalenfabrik. Der Concordia wurden mehr und mehr Mitglieder abgeworben mit dem Versprechen, den Austritt und allfällige Bussen durch die Gesellschaft zu bezahlen. Am 7. Juni 1903 gaben sie das erste Konzert mit neuen Instrumenten. Bei der Kantonalbank in Solothurn erhoben sie 1200 Franken zu deren Bezahlung und noch 200 Franken für die Forderungen der Concordia. Der Rückblick schliesst «...aber alles in allem genommen lässt noch vieles zu wünschen übrig».

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