Chronik der Musikgesellschaft Deitingen

Von 1887 dem Gründungsjahr der Musikgesellschaft Deitingen bis ins Jahr 1987 besteht eine sehr detailierte Chronologie.

 

 

1930 - 1939

1930

Proben finden vorerst noch keine statt, jedoch Versammlungen. Mitte Januar wird als Folge der Neuinstrumentierung beschlossen, das Austrittsgeld merklich zu erhöhen: die Berechnungsformel lautet: laufende Schuld dividiert durch die Mitgliederzahl Bei der Beerdigung von Bürgerammann Schläfli «helfen neun Mitglieder der Musikgesellschaft Subingen» aus. Die Einwohner- und Bürgergemeinde entsprechen dem Gesuch um ein Darlehen, und jedes über 20 Jahre alte Mitglied der Musikgesellschaft unterschreibt die Bürgschaft. Erst Ende Februar steht der kurze Satz im Protokoll: «Wiederaufnahme der Proben seit Ende Juli 1929». Mit Elan macht sich die Gesellschaft ans Werk. Ende März wird an der GV Vorstand und Komitee wiedergewählt und «zur Wiederwahl des bisherigen Dirigenten Walter Felber erheben sich sämtliche Mitglieder von den Sitzen». Drei Neue können aufgenommen und die Jahresentschädigungen an Kassier, Aktuar und Materialverwalter erhöht werden. Einen Antrag, auch der Präsident soll für seine «übergrosse Arbeit» bezahlt werden, lehnt dieser kurzweg ab. «Der Vorsitzende will darüber keine Zeit verlieren». Für die Lieferung der neuen Instrumente sind sechs Offerten eingegangen. Es wird beschlossen, sie bei Rickli in Wangenried zu beziehen. Im April treffen die ersten neuen Instrumente ein und sind zur Besichtigung in Schaufenstern ausgestellt. Sie ertönen erstmals öffentlich an der Erstkommunionfeier vom Weissen Sonntag, sowie am 17. und 18. Mai beim Abholen der neuen Glocken am Dorfeingang und an deren Einweihungsfeier. Das öffentliche Auftreten zeigt: «Wir sind wieder da!» Nun kommen auch die Anfänger in die Gesamtproben. Anfangs Oktober trifft die zweite Lieferung der neuen Instrumente ein. Die Proben werden wieder regelmässig und mit Freude besucht. Um etwas Geld in die Kasse zu bekommen, führt die Gesellschaft Ende November gleichzeitig in allen Wirtschaften der Gemeinde einen Saujasset durch. 107 Jasser nahmen daran teil, und «die Musikgesellschaft kann mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein».

 

1931

Die Berichte des Protokollführers schwelgen im Hochgefühl eines frohen und erfolgreichen Vereinslebens. «Vor vollbesetztem Saal» findet Ende Januar die Abendunterhaltung und das Konzert, gemischt mit Einlagen des Jodlerklubs «Waldrösli», Recherswil, statt. Über den Verlauf der GV kann man einen begeisterten Bericht lesen. Der Vize-Präsident gibt bekannt, dass «er schon manches Jahr bei der Gesellschaft sei, aber eine so schöne GV habe er noch nie mitgemacht». 12 neue Mitglieder können aufgenommen werden und erschienen sind auch die Väter der noch nicht volljährigen Jungbläser, um die Statuten zu unterschreiben. – Mitte März wird die Anregung gemacht, «dass die Musikuniformen zu vervollständigen seien». Offerten von Uniformfabriken werden eingeholt. Schon einen Monat später wird Mass genommen für 10 neue Uniformen zu 100 Fr. und 24 neue Offiziersmützen zu 11 Fr. «Zu Ehren unserer Lehrerin Sophie Frey für die geleistete wohlverdiente Arbeit während 25 Jahren» bringt die Musikgesellschaft der Geehrten ein Ständchen. Zum ersten Wasserämtischen Musiktag fährt die Musikgesellschaft mit Ehefrauen in vier bekränzten Pferdefuhrwerken nach Recherswil. Auf diesen Tag haben sich besonders die Jungmusikanten gefreut. – Der Herbstausmarsch führt über Inkwil – Wanzwil – Bettenhausen nach 21/2-ständigem Marsch in den «Löwen» von Berken. Der Heimweg erfolgt zu Fuss über Walliswil – Wangen. Es war «ein schöner Ausmarsch».

 

1932

Dass das Vereinsjahr 1931 von gutem Geiste getragen war, zeigt sich deutlich auch darin, dass an der GV vom Februar 9 Mitglieder als Anerkennung für fleissigen (und pünktlichen) Probenbesuch den Musikkalender in Empfang nehmen können. Der Dirigent wird durch «Erheben» im Amt bestätigt und darf als Geschenk eine Ledermappe und einen Taktstock entgegennehmen. Die Reisekasse erhält aus den Mitteln der Musikgesellschaft eine Einlage von 33 Fr. Am 182. wird die Probe kurz vor 9 Uhr abgebrochen, «da das Heimwesen von Alois Felber in Flammen aufging». Auf der gleichen Seite vernehmen wir auch über die Teilnahme am Musiktag in Etziken, dass «einige Mitglieder es finanziell nicht einrichten können wegen der Arbeitslosigkeit». Doch die Gesellschaft findet einen Ausweg in der Massnahme, «den teilweise oder gänzlich Arbeitslosen 1.50 Fr. an die Bankettkarte zu entrichten, sodass sie nur noch 1.20 Fr. zu bezahlen haben». Der Verein ist aktiv mit Konzerten und gewohnter Tätigkeit bei öffentlichen Anlässen, doch muss der Aktuar schon wieder berichten von Schelten und Ermahnungen, von Betreibungsandrohungen für nichtbezahlte Austrittsgelder.

 

1933

Das Leben in der Gesellschaft geht flott weiter. An der GV wird der Bestand mit 29 Aktiven angegeben. 3 Bläser werden geehrt: sie haben alle Übungen besucht und sind nie zu spät gekommen. 6 werden geehrt, weil sie nur drei Mal gefehlt haben oder zu spät erschienen sind. – Für jeden Probenbesuch erhält das Mitglied 5 Cts. gutgeschrieben. Das Guthaben kann Ende Jahr mit den Monatsbeiträgen verrechnet werden. – Der Reisekasse sind 100 Fr. als Sondereinlage zu überweisen, sowie die Busengelder von 1931 mit 23.70 Fr. und für 1932 mit 25.90 Fr. Der Präsident wertet das Geschenk von 100 Fr. «von einem ungenanntseinwollenden begeisterten Theaterbesucher» als grösste Überraschung. Wie es wirtschaftlich steht, geht aus der Eintragung hervor, dass «infolge schlechter Verdienstverhältnisse bei einigen Mitgliedern» nur ein Bund der Tombolalose der Musikgesellschaft Derendingen behalten und zum internen Verkauf angeboten wird. Die anderen werden retourniert und gar alle Lose der Musikgesellschaft Langendorf, die ebenfalls die gleiche Bettelaktion unternommen hat. Der ältesten Bürgerin von Deitingen wird zum 90sten Geburtstag ein Gratulationsständchen gebracht und ein Abschiedsständchen zusammen mit dem Kirchenchor erklingt beim «allseits beliebten Pfarrer Georg Trarbach». Ehrensache ist die Teilnahme am 3. Wasserämtischen Musiktag mit Fahnenweihe in Kriegstetten. Auch die Pfarrinstallation mit den nachmittäglichen Feierlichkeiten samt Konzert und einem Lebkuchenzwirbelt auf eigene Rechnung ist ohne das tatkräftige Mitwirken der Musikgesellschaft nicht zu denken. Hans Hubler demissioniert als Präsident. Das Vertrauen in seine Person ist jedoch ungebrochen und er führt sein Amt nach Zureden und Bedenkzeit weiter. Mit vier Platzkonzerten im August und September erfreut die Musikgesellschaft die Einwohner. Am 8. Oktober unternimmt die Gesellschaft einen eintägigen Ausflug nach Auvernier. Das Billett von 3 Fr. für die Bahn nach Neuenburg bezahlt der Verein. Mit frohem Spiel marschiert man durch die Stadt an den Quai und fährt in zwei Motorbooten nach Auvernier. Es folgt die Besichtigung eines sehr grossen Weinkellers mit Service von «echtem Neuenburger, welcher aber einigen leider nicht gut angeschlagen hat». Dennoch: der Tag bleibt in bester Erinnerung. Am 16. November fasst das Komite den Beschluss: «Bis zum Konzert wird eine 3. Probe auf jeweils Sonntag 12 Uhr angesetzt». Das Konzert ist gedacht zu Ehren der Frauen und Mütter von Deitingen. Es findet am 2. Dezember statt mit gefl. Mitwirkung des bekannten Dichters Prof. Josef Reinhart und dem Humoristen Lehrer W. Heutschi aus Balsthal. Trotz freiem Eintritt für die holde Weiblichkeit muss Josef Reinhart seinen «sehr lehrreichen Vortrag über Sonn- und Werktag im häuslichen Leben» in leider nur halbgefülltem Saal halten. Jeder Besucher erhält ein Werk des Dichters.

 

1934

Das Theater «Hansjoggeli der Erbvetter» wird mit «schönem Erfolg» aufgeführt und anschliessend allen Spielern und Musikanten eine Suppe serviert. An der GV zeigt sich «kein schönes Bild». Von den 28 Mitgliedern sind nur 18 anwesend, aber die Traktanden werden zügig behandelt: ein neuer Aktuar wird gewählt, der Beitrag an die Reisekasse mit 20 Rp. pro Wochefestgesetzt, die Anschaffung einer neuen Trommel beschlossen und die Spende einer Trauerfamilie nicht angenommen. Die Musikanten sind noch immer gut zu Fuss: so begeben sie sich nach Solothurn zur Tagung der Jungliberalen, zu Fuss wird der Heimweg vom Musiktag in Biberist angetreten und die Instrumente werden zu Fuss nach Wangenried zur Renovation bei Rickli gebracht. Der Vorstand zeigt Verständnis für die Tätigkeit des Samaritervereines und erachtet den Besuch von Samariterkursen als genügenden Entschuldigungsgrund. Das grosse Ereignis ist die Oberlandreise, die nach einigem hin und her in zwei Cars aus Olten und zwei Privatautos über Bern – Thun – Interlaken nach Grindelwald führt. Erster Halt in Thun: «als das Auto von Grädel ankam, gab es ein Gelächter, da die Insassen ganz voll Staub waren und man sie fast nicht mehr kannte». Das Picknick nimmt die Gesellschaft auf einer schattigen Wiese ein und fährt nachher zu den Trümmelbachfällen. – Etwa 70 Peronen nahmen an der Reise teil, Die Theaterfrauen durften gratis mitfahren, sollten jedoch dafür den Los-verkauf am Gartenfest übernehmen und am Waldfest servieren.

 

1935

Finanziell fängt das Jahr vielversprechend an: Rickli berechnet für die Reparaturen 161 Fr., schenkt aber gleichzeitig 100 Fr. Die Kirchgemeinde beschliesst einen jährlichen Beitrag von 25 Fr. für das Mitwirken bei kirchlichen Anlässen. Für die Reparatur der Fahne setzt die Firma Kurer & Co in Wil 50 Fr. in Rechnung. An der GV beharrt Johann Hubler endgültig auf seiner Demission als Präsident. Die Wahl des Nachfolgers bereitet Schwierigkeiten. Drei Vorgeschlagene lehnen ab. «Nach langem» erklärt sich Otto Stephan bereit, eine Wahl provisorisch anzunehmen, die «einstimmig und mit Bravo» erfolgt. Nach dem Musiktag in Subingen kommt es auf dem Heimweg zu Auseinandersetzungen wegen der Marschmusik. Es herrscht schlechte Stimmung. Sie schlägt durch den Bericht der Jury und der Note «sehr gut» wieder zum besseren um. Die Musikgesellschaft Günsberg lädt zum Jubiläum. Die Musikgesellschaft Deitingen fährt im Zug nach Solothurn und erreicht Rüttenen zu Fuss durch die Einsiedelei, «was ein schöner Morgenspaziergang war». Dort erfahren sie, dass das Fest nicht abgehalten wird. Gleichwohl setzt die Gesellschaft den Ausmarsch munter fort und erlebt einen Tag, «wo es sehr lustig und gemütlich zuging wie noch selten». Der Probenbesuch und die Disziplin erhalten schlechte Noten. Einmal läuft der Dirigent davon, da zu viele nicht anwesend sind. «Es wird zu Hause zu wenig geübt, deshalb haben die Mitglieder keine Freude an der Musik mehr». Doch es geht weiter mit einem Gartenkonzert, wo als eine erfolgreiche Neuerung ein Zuckerwettkegelt die Freude der Besucher erringt, mit vier Platzkonzerten und dem Abschiedsständchen für Frl. Lehrerin Frey, zuletzt noch mit dem Sau-kegelt im «Kreuz».

 

1936

Der Erfolg der Theateraufführung «Lebensstürme» und des Konzertes ist «sehr befriedigend». An der GV wird die Zahl der Anwesenden mit 22 angegeben. Die Finanzen stehen schief. An eine Schuld von 1533.32 Fr. können nur 33.32 Fr. abbezahlt werden. Walter Felber, nun 10 Jahre Dirigent, zieht aus dem Dorf, bleibt aber seinem Amt unter Bedingungen treu. Die GV ist eine «der gemütlichsten Versammlungen seit Jahren», dank der 5köpfigen Tanzmusik «Sumpfhuhn», aus eigenen Reihen, und dem «Ho-Hoy»-Spiel der älteren Garde. Im Mai werden gleich zwei Musiktage besucht, diejenigen von Lohn und Obergerlafingen. Der Aktuar hält die gute Vereinsdisziplin und Kameradschaft auch «hierorts» fest. – Nach einem Gartenfest mit drei Ständen gibt es wieder Herbstkonzerte im Dorf und im Schachen, mit Besichtigung des neuen Gebäudes der Anstalt. Beratungen und organisatorische Fragen für den Wasserämtischen Musiktag 1937 in Deitingen beschäftigen den Vorstand.

 

1937

In diesem Jahr gibt es allerhand zu tun. Für den 22. Mai ist die Feier zum 50jährigen Bestehen der Musikgesellschaft Deitingen vorgesehen und tags darauf wird der 7. Wasserämtische Musiktag durchgeführt. Beide Anlässe erfordern zusätzliche Mitwirkende aus der Dorfgemeinschaft. Viel ist zu bedenken und zu bestimmen: z.B. «das Zvieri für die Zivilbevölkerung». Es wird Wurst und Brot für 50 Cts. und Schinken und Brot für 1 Fr abgegeben. Man erfährt auch, dass für die Lieferung für alles Fleisch eine Metzgerei aus Bettlack berücksichtigt wurde. Ihre Offerte lautete auf 80 Rp. Der einheimische Metzger hatte 1.10 Fr. verlangt. Eine Blumenstocktombola soll auch etwas einbringen. Von der Jubiläumsfeier im «Kreuz» berichtet der Aktuar u.a.: «Gegen 81/2 Uhr eröffnete die Gesellschaft mit einem flotten Marsch die Feier. Nach diesem begrüsste Otto Stephan als Präsident die Anwesenden aufs herzlichste. Ein besonderer Gruss galt den noch lebenden sechs Gründern: Biberstein Simon, Biberstein Adolf, Felber Alois, Kofmel Hans, Ris Hermann und Niggli Josef sowie den Delegationen einiger umliegender Gesellschaften». Festredner Dr. med. Fritz Biberstein schilderte in markanten Worten die Geschichte der Gesellschaft seit 1887. Der Dirigent Walter Felber wusste mehr vom Fröhlichen aus der Vergangenheit zu erzählen. Der Präsident des Wasserämtischen Musikverbandes überreichte eine sinnvolle Plakette und Viktor Weber brachte die Grüsse der «Harmonie» Biberist und als Geschenk eine wundervolle Weinkanne. Der Aktuar beginnt seine Niederschrift über den Wasserämtischen Musiktag, den die Musikgesellschaft Deitingen durchführte, dichterisch beschwingt: «Ein schöner Frühlingstag zog am Horizont empor. Die Bäume in voller Blütenpracht und die Häuser und der Kirchturm schön beflaggt, bereit zum Empfang der Gesellschaften...». Ein zahlreiches Publikum findet sich ein, den musikalischen Darbietungen zu lauschen. Die Organisation klappt wieder einmal aufs beste. Die Luterbacher Musikgesellschaft konzertiert noch am Abend und dann wird bis 1 Uhr das Tanzbein geschwungen. Es wäre nicht recht, mit der Erwähnung des Reingewinnes von 945.90 Fr. den Bericht über das Jubiläum zu schliessen. Die Musikgesellschaft zeigt sich grosszügig und halbiert das Entgelt für sein Mitwirken bei Anlässen anderer Vereine auf 25 Fr. Davon profitieren der Männerchor beim Waldfest und der Kath. Jünglingsverein bei der Fahnenweihe. Besondere Erwähnung verdient der Besuch eines auf der Heiligenschwendi zur Kur weilenden Kameraden. Dieser sei ganz aufgeregt gewesen über die «50 Personen, die ihm die Hand zum Gruss reichten». Das Sanatorium wird besichtigt und ein Ständchen gebracht. Die Aufenthalte in Thun und Bern auf der Rückfahrt mit dem Autobus sind «der Stadtbesichtigung und dem leiblichen Wohl» gewidmet.

 

1938

Zwei Ereignisse überstrahlen alle anderen Berichte. Mitte August unternimmt die Musikgesellschaft eine Reise an den Rheinfall. Der kurze Bericht darüber schliesst mit dem Wunsch: «Möge der Reisegeist unter den Mitgliedern so weiterleben». Das ganz grosse Ereignis war der Flugtag vom September, organisiert durch Aero-Amphibium und Segelgruppe Herzogenbuchsee. Alle Arbeit aber für das Herrichten des Flugplatzes an der Strasse nach Derendingen leisteten die Mitglieder der Musikgesellschaft, so z.B. das Aasebnen des Startplatzes mit über 50 m2 Schutt. Der Aktuar berichtet begeistert vom Anlass, vom schönen Wetter, «die Sonne stieg lachend am Horizont empor».Von 10 Uhr an werden laufend Passagierflüge ausgeführt. Die Nachfrage ist gross. Doch unserem Berichterstatter liegt etwas anderes viel näher: die Eintrittsgelder, die dem Verein zugute kommen. Kassen sind an der Russbachbrücke und im Affolterwald, «fliegende Kassiere» in Luterbach und Subingen. Um 12.30 Uhr sind 2500 Eintrittsprogramme verkauft. Eiligst werden neue gemacht, Die Zahl der Zuschauer wird auf 5000 geschätzt – leider können nur 3000 Eintritte verkauft werden. Von 1000 «Wurst und Brot» zu 60 Rp. bleiben bis zum Schluss um 7 Uhr abends noch 20 übrig. – Der Tag ist ein voller Erfolg, auch für das Flugunternehmen. – Noch sei vermerkt, dass vom Reingewinn 20 Fr. an die Kirchgemeinde gespendet wurden. Ab 25. Oktober kann bis auf weiteres keine Probe mehr gehalten werden, die Maul- und Klauenseuche ist ausgebrochen. Der Vorstand beschliesst, kein Theater durchzuführen, dafür «das Musikalische in den Vordergrund zu stellen».

 

1939

Die gewissenhaften Eintragungen über die Vereinstätigkeiten enden mit der Mitteilung, dass der von der Sportsektion im Herbst durchgeführte Turntag auch der Musikgesellschaft ein ziemliches Mass Arbeit gebracht hat. Am 1. September brach der zweite Weltkrieg aus. Wahrscheinlich kommt der Berichterstatter erst vor der GV von anfangs Februar 1940 dazu, folgende Notiz zu schreiben: «Infolge des Einrückens sämtlicher diensttuender Mitglieder musste, wie bei allen anderen Vereinen, auch bei uns der Probenbesuch eingestellt werden. Auf wie lange bleibt vorderhand noch ein Rätsel. Hoffen wir alle, dass unser schönes Schweizerland von den Greueln des Krieges wiederum verschont bleibe und wir bald wieder unsere Waffen mit den Musikinstrumenten vertauschen können, welche ja das Symbol des Friedens und der Einigkeit sind».

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