Chronik der Musikgesellschaft Deitingen

Von 1887, dem Gründungsjahr der Musikgesellschaft Deitingen, bis ins Jahre 1986 besteht eine sehr detailierte Chronologie.

 

 

1980 - 1987

1980

Ab 8. Januar besitzt die Musikgesellschaft einen neuen Dirigenten in der Person von Urs Heri. Seine Wahl erfolgt einstimmig aus drei Bewerbern, offen und durch Namensaufruf. An der GV muss auch die Demission von Franz Felber gutgeheissen werden. Er stand 12 Jahre der Gesellschaft vor und hat «die Aufgaben in Ruhe angepackt und gelöst». Zum Dank ernennt ihn die Versammlung zum Ehrenpräsidenten. Als Nachfolger stellt sich Kurt Hubler zur Verfügung

 

1981

Der neue strebsame Dirigent Urs Heri startet mit dem Winterkonzert zu seinem ersten grossen Auftritt. Zusammen mit der «Harmonie» Biberist, die in der Höchstklasse spielt, bringt er kurz darauf ein Konzert in unserer Kirche. Er betreut die Jungbläser, strebt durch zusätzliche Stunden die Homogenisierung der Holzbläsergruppe an und unterrichtet an der Musikschule der Einwohnergemeinde als Lehrer bei den Holzblasinstrumenten. Unter Leitung des neuen Präsidenten Kurt Hubler soll die not-leidende Vereinskasse saniert werden. Nachdem bis jetzt jahrelang der Mitgliederbeitrag von 10 Fr. in die Reisekasse gelegt wurde, wird nun beschlossen, den neuen Beitrag von 24 Fr. wieder der allgemeinen Kasse zuzuführen. Die Musikgesellschaft startet noch eine sorgfältig vorbereitete Briefaktion für Gönnerbeiträge und sucht vermehrt freiwillige, finanzielle Unterstützung bei der Bevölkerung. Das Echo ist erfreulich. Wie soll die Musikgesellschaft ihre Anteilnahme beim Tode eines Mitgliedes ausdrücken? Die bisher getroffene Art der Beileidsbezeugung hat schon öfters zu Unsicherheiten geführt. Neue Bestimmungen halten nun die Massnahmen fest, ob Todesanzeige, Kranz, Blumen, Kondolenzschreiben, Fahnendelegation oder letztes Geleit durch die Gesellschaft. Ehrungen und Auszeichnungen erhalten die Aktivmitglieder Otto Galli, Franz Hubler und Alois Werder für 50 Mitgliedjahre, Thomas Schnyder gar für 55 Jahre. Die «50jährigen» erhalten eine Wappenscheibe und werden Ehrenveteranen. Der Wasserämtische Musikverband ernennt ihren demissionierenden Franz Hubler nach 17 Präsidialjahren zum Ehrenpräsidenten.

 

1982

Auf Ersuchen des Präsidenten erstellt der Kassier versuchsweise ein Budget für 1983. Er berechnet die Einnahmen mit 16800 Fr. aus Beiträgen der Einwohnergemeinde, der Aktiv-Aund -B-Mitglieder, der Ehrenmitglieder und Gönner und aus erhofften Erträgen von Waldfest und Winterkonzert. Direktor Heri legt ein mittelfristiges Tätigkeitsprogramm vor: Schwerpunkte sind für 1984 die Teilnahme am Solotb. Kantonalmusikfest, für 1985 die Durchführung des Wasserämtischen Musiktages, für 1986 das Eidg. Musikfest und 1987 die Jubiläumsfeier zum 100jährigen Bestehen der Musikgesellschaft Deitingen. Zusammen mit der Stadtmusik Solothurn finden in der Kirche von Solothurn und Deitingen Konzerte statt. Am Musiktag in Subingen erreicht die Musikgesellschaft in der Marschmusikbewertung wieder die höchste Punktzahl. Sie unternimmt eine Vereinsreise auf den Moléson, nimmt an der Pfarrinstallation von Josef Hauser teil und spielt für vier Hochzeiter und an zwei Goldenen Hochzeiten. Den Fahnengötti Hans Neuhaus und das Ehrenmitglied Emil Hug begleitet sie auf ihrem letzten Gang.

 

1983

Kaum je ist über die Teilnahme an einem Kant. Musikfest so heftig debattiert worden, wie über diejenige von Balsthal im Juni 1984. Die einen haben Einwände wegen dem zusätzlichen Probenaufwand und den Erfolgsaussichten. Auch die auf etwa 3000 Fr. errechneten Kosten seien zu hoch. Die anderen stellen die Verantwortung gegenüber Dirigent und Gemeinde hervor, der Probenaufwand sei in erträglichem Masse grösser, die Anstrengung wirke musikalisch und kameradschaftlich fördernd und die Uniformen für die jüngsten Musikanten, als beträchtlichen Anteil der Kosten, müssten so oder so angeschafft werden. Die Abstimmung mit 20 zu 11 Stimmen für die Teilnahme zeigt, dass die Skepsis nicht ausgeräumt werden konnte. Der Vorschlag des Vorstandes, die Mobiliarversicherung mit einer höheren Versicherungssumme von 120000 Fr. zu erneuern, findet keine Zustimmung. Die Versammlung hebt die Versicherung auf. Grund: ungenügende Leistungen im Schadenfall trotz hohen Prämien. Das Übungslokal im alten Schulhaus ist geräumiger geworden. Die Musikvorträge am Winterkonzert werden mit grossem Applaus belohnt und das musikalische Können am Musiktag in Kriegstetten wird vom Experten «sehr positiv beurteilt». Erneut erhält die Musikgesellschaft in der Marschmusik die höchste Punktzahl. Der herbstliche Familienausflug nach Eggiwil ist «unbeschwert und gemütlich». Die 100-Jahrfeier der Militärschützen eröffnet und schliesst die Musikgesellschaft mit einem Marsch. Die Sol. Kant. Delegiertenversammlung findet in Deitingen statt, wird zum Mittagessen mit einem Konzert aufgelockert und «gut abgewickelt». Das Aktuariat wird entlastet durch das neugeschaffene Amt eines Sekretärs.

 

1984

Das 1984 war «sehr ereignisvoll». Es beginnt mit einem Adventskonzert in der Kirche, mit grossem Erfolg und begeisterten Zuhörern. Das Hauptkonzert steht mit seinen musikalischen Vorträgen ganz im Zeichen des Kant. Musikfestes. Ein Klarinettensolo mit dem Berufsklarinettisten Heinz Blattmann aus Bern stellt einen zusätzlichen Höhepunkt dar. Auch am Wasserämtischen Musiktag erklingen das Aufgabe- und Selbstwahl-stück. Der Bericht des Experten darüber ist «zufriedenstellend» und die Marschmusik ist 60 Punkte wert. In Lohn, Deitingen und Solothurn unterziehen sich die Musikanten weiteren Vorbereitungskonzerten. Am Kant. Musikfest vom 23./24. Juni in Balsthal tritt die Musikgesellschaft Deitingen am Vormittag an mit dem Aufgabestück «Petite suite de ballet» und erhält 159,5 Punkte. Das Selbstwahl-stück «Der Tyrann von Syrakus» wird mit 162,5 Punkten bewertet. Das ergibt zusammen den 5. Rang von 15 Vereinen in der 2. Stärkeklasse. An einer Quartalsversammlung war der Antrag des Vorstandes auf Rückreise am Samstag abend mit 16:8 verworfen worden. Die Mehrheit will auch am Abend am Musikfest bleiben. Der Präsident ist diesem Beschluss nicht gram, er schreibt in seinem Jahresbericht: «Die Abendunterhaltung bot eine überaus gemütliche und fröhliche Atmosphäre und das kameradschaftliche Beisammensein kam voll auf seine Rechnung». – Zufrieden und mit goldlorbeergeschmückter Fahne kehren sie heim und erleben einen «schönen Empfang» durch Bevölkerung und Behörde. Der Wasserämtische Musiktag 1985 ist zur Durchführung der Musikgesellschaft Deitingen zugesprochen. Die Organisation steht wiederholt auf der Traktandenliste. Das OK ist komplett und wird genehmigt. Die Frage, in welchem Rahmen die samstägliche Abendunterhaltung durchgeführt werden soll, ist bald beantwortet, da keine Showgrössen mehr frei sind. Im Probenlokal wird ein Tonbandaufnahmegerät eingerichtet und zwei Yahama-Querflöten, ganz versilbert, bei Spada ausprobiert und angeschafft. Die Chronik vermerkt auch das Mitwirken bei der 25-Jahrfeier des ETV mit Dorffest und die Teilnahme am 25-Jahr-Jubiläum des Ornithologischen Vereines. Der Aktuar hält im Bericht zur GV fest: 1984 fand eine derartige Vielzahl von Anlässen statt, «dass damit eine grosse und nicht selbstverständliche Beanspruchung jedes einzelnen verbunden war». Insbesonders wohl für den Präsidenten und den Dirigenten. Im Jahresprogramm 1985, das wieder randvoll befrachtet ist, werden zwei Anlässe gestrichen, ungern, und auf Wunsch des Dirigenten dessen «liebstes Kind», das Wunschkonzert, darin belassen.

 

1985

Die Musikkommission und der Vorstand beantragen der Gesellschaft die Teilnahme am Eidg. Musikfest 1986 in Winterthur. Gründe dafür: der musikalische Erfolg am Kantonalen, die gute Besetzung des Korps, die tragbare finanzielle Belastung. Gründe dagegen: Stress, mögliche baldige Neuuniformierung mit grossen Rechnungen, gegenwärtiger schlechter Proben-besuch, mehr dem eigenen Publikum konzertieren. – Der Dirigent weiss mit seinen Ausführungen über den nötigen Übungsaufwand zu beruhigen, und der Verein beschliesst eindeutig Teilnahme am Eidgenössischen. Die errechneten Kosten für Festkarte, Reise, Unterkunft, Uniformenanpassung und Instrumentenrevisionen belaufen sich auf etwa 140 Fr. pro Mitglied. Jeder verpflichtet sich, daran einen persönlichen Beitrag von 50 Fr. zu leisten. Auch die eigene 100-Jahr-Feier wird ausgiebig besprochen. Ein Fragebogen wird ausgewertet. Die Antworten und die Diskussion ergeben eindeutig folgendes Resultat: die Musikgesellschaft soll sich zum Geburtstag nicht mit einem «Chrampf» sondern selber mit einer 2-3tägigen Reise beschenken; der Festakt könnte mit einem Konzert «Rückschau auf 100 Jahre Musik» verbunden und soll gesondert abgehalten werden; mit dem 1987 ebenfalls jubilierenden KTV sei Kontakt aufzunehmen wegen Durchführung eines gemeinsamen Dorffestes. Die Musikgesellschaft konzertiert als Patensektion bei der 75- Jahrfeier der Musikgesellschaft Subingen und überreicht als Gabe den «Subfinger Marsch» von Urs Heri. Weitere musikalische Öffentlichkeitsarbeit im «Europäischen Jahr der Musik» und im «Jahr der Jugend» ist das Gemeinschaftskonzert mit der Harmonie Gerlafingen und der Vereinsmusik Kriegstetten auf dem Schulhausareal in Deitingen, wo das zahlreiche Publikum während zwei Stunden mit Märschen, Walzern und Polkas nach eigener Wahl erfreut wird. Dieser Anlass fand bei Zuhörern und Musikanten grossen Anklang, Die Durchführung des Wasserämtischen Musiktages ist unserer Gesellschaft übertragen. Der Anlass wird wieder einmal «Höhepunkt» mit grossem Interesse seitens der Öffentlichkeit. Die Gesamtchoraufführung bringt den Marsch «Wasserämter Musikanten», komponiert von Urs Heri, als Erstaufführung. –Musiktage bringen immer sehr viel Arbeit, manchmal auch einen ordentlichen Batzen in die Kasse; diesmal trifft beides zu. Zweimal muss die Musikgesellschaft an einer Beerdigung teilnehmen: beim Ehrenmitglied und ehemaligen Präsidenten Jean Galli und mit einer Fahnendelegation beim Ehrendirigenten Fritz Felber. – Doch ist aus der Mitgliederstatistik auch Erfreuliches zu vermerken: Hanssepp Kofmel wird mit 20 Jahren zurn Ehrenmitglied, Roland Theiler mit 25 Jahren zum Kantonalen Veteranen ernannt. Alois Werder und Otto Galli sind 55 Jahre Aktivmitglieder. Dafür gibt es weder eine kantonale noch eidgenössische Auszeichnung, doch fast ehrfürchtiges Lob.

 

1986

Am 20. Februar nimmt die Musikgesellschaft an der Beerdigung von Franz Hubler-Kaufmann teil. Er war ein vorbildlicher Mensch und Musikant, diente 52 Jahre aktiv dem Verein, war Ehrenpräsident des Wasserämtischen Musikverbandes und Eidg. Ehrenveteran. Nach 29 Jahren meldet sich die Musikgesellschaft wieder für ein «Eidgenössisches» an. Das mittelfristige Programm des Direktors Urs Heri wird eingehalten. Sorgfältige Proben und einige Vorbereitungskonzerte sind Voraussetzung für ein gutes Abschneiden am Musikfest vom 14./15. Juni in Winterthur. Das Selbstwahlstück «Delisches Tanzspiel» wird erstmals am Jahreskonzert vor Publikum gespielt. Darauf folgt der Soloth,- Leberberger Musiktag in Solothurn, das Gemeinschaftskonzert in unserer Turnhalle und der Wasserämtische Musiktag in Derendingen. Hier spielt der Gesamtchor das Stück «Wasserämter Musikanten», ein Werk aus der Feder des Direktors Urs Heri. Von ihm stammt auch der Marsch «Festgruss», mit dem unsere Musikanten die Marschmusikdemonstration bestreiten. Das Eidg. Musikfest in Winterthur ist damit sehr gut vorbereitet. Viele Anhänger begleiten die Musikgesellschaft zum Festort. Das Aufgabestück «Dipthema» bringt tolle 173 der maximal 180 Punkte. Auch das Selbstwahlstück von Franz Königshofer und der Marsch «Festgruss» werden der ausgezeichneten Darbietung entsprechend hoch bewertet. In der zweiten Stärkeklasse, Harmonie Abt. F, erreicht die Musikgesellschaft den hervorragenden 6. Rang. Die Freude ist gross und berechtigt. Nun können sie Winterthur und das Musikfest in vollen Zügen geniessen. Am Sonntagabend treffen sie im Sonderzug in Deitingen ein und erleben einen unvergesslichen, begeisterten Empfang durch Bevölkerung, Behörden und Dorfvereine. Deitingen ist stolz auf seine Musikgesellschaft. Die musikalischen Darbietungen für die Öffentlichkeit sind auch in diesem Jahr vielfältig. Neben den erwähnten Unternehmungen zeugen noch 12 öffentliche Auftritte, 10 Geburtstagsständchen, ein Ständchen im Bürgerspital Solothurn und im Altersheim Lohn-Ammannsegg, sowie die musikalische Umrahmung der Fahnenweihe in Flumenthal von einem selbstlosen Einsatz. Höhepunkt wird das Eidg. Musikfest in Winterthur bleiben.

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